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Freundlichkeit bleibt auf der Strecke: Umfrage zum Fahrverhalten in Deutschland

Eine aktuelle Umfrage der Unfallforschung der Versicherer (UDV) bestätigt, was sich bereits viele Verkehrsteilnehmer denken: Der Umgangston auf den Straßen hierzulande wird immer rauer. Doch sind hiervon alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen betroffen?

Streit zwischen Fahrrad- und Autofahrer

Eine häufige Streitkonstellation: Auto- vs. Fahrradfahrer.

Um eine Antwort hierauf zu finden, hat die UDV etwas mehr als 2.000 volljährige Personen im Frühjahr 2026 befragt – und die Erkenntnisse mit früheren Erhebungen aus den Jahren 2019 und 2023 verglichen. Ob Pkw-, Fahrrad- oder Pedelec-Fahrer: Das gegenseitige Verhalten hat sich im Laufe der Jahre verschlechtert.  

Zahl der Verkehrssünder steigt 

Etwa jeder zweite Autofahrer gibt an, bei Ärger viel schneller als üblich zu fahren. Außerdem gestehen sich 47 Prozent der Befragten ein, bei langsameren Autos zu drängeln, um schnell vorbeizukommen – ein Umfragewert, der 2023 „nur“ bei 39 Prozent lag. Weitere Beispiele für Rüpelverhalten im Straßenverkehr: Viele Befragte fahren dicht auf, wenn vor ihnen jemand die linke Spur blockiert, überholen rechts auf der Autobahn, beschleunigen beim Überholtwerden oder hängen aus Geltungsdrang möglichst viele Fahrzeuge auf Landstraßen ab. 

Süße oder saure Radler?

Ähnlich denkwürdig sind auch die Selbsteinschätzungen der Rad- und Pedelec-Fahrer: So geben 56 Prozent an, sich bei wartenden Fahrrädern möglichst weit vorne einzuordnen, während knapp jeder zweite Radler bei langsamen Passanten auf dem Radweg drängelt und sehr dicht vorbeifährt. Im Vergleich zur Vorgängerumfrage haben sich diese Verhaltensweisen sogar verschlimmert. Die Geduld anderen gegenüber hält sich in Grenzen: Fast jeder Zweite schlängelt sich bei Bedarf durch den Verkehr oder erzwingt die Vorfahrt, zudem drängeln viele auf vollen Radwegen.

Selbst- und Fremdbild nicht immer eins

Ein wichtiges Umfrageergebnis betrifft die Kluft zwischen Selbst- und Fremdbild: Viele Befragte räumen zwar aggressives Verhalten bei sich selbst ein, schreiben es anderen Verkehrsteilnehmenden aber noch deutlich häufiger zu. Das zeigt sich vor allem beim dichten Auffahren, riskanten Einscheren oder Drängeln auf dem Radweg. Nach Einschätzung der UDV verbessert sich das Miteinander im Verkehrsalltag erst dann merklich, wenn mehr Menschen das eigene Verhalten kritisch hinterfragen.